"Mehr Platz für Anarchie,"
Soli-Wandkalender 2017 mit Portraits von Anarchistinnen
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Lady Fest Kiel

Introduction

Smash Patriarchy

Dies soll eine Sammlung von links auf emanzipatorische, feministische, antisexistische und antipatriarchale websites sein. Uns, ein paar Menschen aus dem Raum Flensburg/Kiel ist aufgefallen, dass das „Googlen“ (oder besser „Scrooglen“) von Stichwörtern wie Antisexismus, Sexismus, sexism nicht so ergiebig ist, wie wir es erwartet hatten und z.T. unbefriedigende Treffer erzielt. An erster Stelle erscheint antisexismus.de, eine website, wir problematisch finden, da sie inhaltlich ihrer Überschrift nicht gerecht wird. Die Bedeutung des Begriffs Antisexismus wird dort verkannt und verdreht, die herrschenden patriarchal-hegemonialen Machtverhältnisse werden ausblendet und hauptsächlich Storys herauspickt, in denen Männer ungerecht behandelt werden. Die Suchmaschinen verlinken auf einzelne Gruppen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, diese wirken aber gegenüber antisexismus.de nachrangig, da sie Antisexismus zwar als Thema, diesen Begriff aber nicht „suchmaschinengerecht“ im Titel führen.

Antisexismus

Antisexismus ist nicht nur die Kritik an Diskriminierung aufgrund Geschlechtszugehörigkeit bzw. des gewählten Geschlechts. Sexismus ist eine Herrschaftsform, in der eine Gruppe, hier = Männer, die politische, soziale und ökonomische Macht hat, den Geschlechtskonstruktionen und sexistischen Zuschreibungen Taten folgen zu lassen und ihre Privilegien zu sichern. Ungleichbehandlung und Diskriminierung aus einer Machtposition heraus macht Sexismus erst so gefährlich und zerstörerisch. Sexistische Handlungen die im gesellschaftlichen Kontext normal bis gewollt sind, dienen dem individuellen Vorteil, gewährleisten den Machterhalt und führen zur kollektiven Entmündigung der betroffenen Personen.

Sexismus ist ansozialisiert, wird individuell ausgeübt und ist institutionell verankert. Das Spektrum reicht von sexistischer Werbung über sexistische Arbeitsverhältnisse bis zu sexualisierter Gewalt. Und zum überwiegenden Teil sind immer noch Frauen bzw. sich als Frauen definierende Menschen benachteiligt bzw. betroffen und Männer die Profiteure bzw. Täter. (Recherchiert die zahlreichen Untersuchungen zur Ungleichverteilung der Gehälter, guckt euch die Werbung an, lest die Angaben von Frauenhäusern zu sexualisierter Gewalt und Vergewaltigungen etc. Es bedarf hier keiner wissenschaftlichen Beweisführung. „If you don´t get angry you´re not paying attention“). Dabei dient das patriarchal-hegemoniale System nicht nur dem individuellen Vorteil sondern ist auch ein gesellschaftliches Verhältnis, in dem sowohl Frauen als auch Männer diese Strukturen ungewollt oder gewollt reproduzieren, allerdings ohne dass sich dabei die Machtstrukturen ändern würden.

Natürlich werden auch Männer falsch/schlecht/ungerecht behandelt, sei es von anderen Männern (weil sie nicht dem Männlichkeitsstereotyp entsprechen oder weil sie in der kapitalistischen Hackordnung weiter unten stehen) oder von Frauen (die ja auch nicht die besseren Menschen sind). Sexualisierte Anspielungen, Witze, Mobbing, Grenzüberschreitungen sind für jeden Menschen egal welcher tatsächlicher oder gewählter Geschlechtszugehörigkeit demütigend und schädigend.

Aber das gesellschaftliche System, in dem wir leben ist noch immer vorrangig von und für Weiße, Reiche und Männer konzipiert. Und dieses braucht und benutzt Sexismus wie auch Rassismus, Antisemitismus, Verwertungskapitalismus, Homophobie und andere Instrumente der Menschenspaltung, da es in seiner innewohnenden Logik „Verlierer und Gewinner“ geben muss. Um sich daraus zu befreien bedarf es nicht nur des Kampfes gegen diese Unterdrückungsstrukturen sondern auch der Reflektion der eigenen Rolle, der eigenen Verstrickungen und der Vorteile, die mensch selbst, ob aktiv oder hinnehmend, gewollt oder abstreitend, aus diesen Rollenverteilungen zieht.

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